SAT vs. Kabel vs. IPTV: Was ist die beste TV-Empfangsart?

Strong PrimaSat II Receiver Die TV-Welt unterlag in den letzten Jahren einem merklichen Wandel und ist längst nicht mehr mit dem analogen Fernsehen über Hausantenne zu vergleichen. Heute steht uns für den Fernsehempfang eine deutlich buntere und vielfältigere Auswahl zur Verfügung. Die „Big Player“ sind Kabelfernsehen (DVB-C) und Satellitenfernsehen (DVB-S), die zusammen in weit über 90 Prozent aller deutschen Haushalte das TV-Signal übermitteln. Doch es gibt auch noch das Internetfernsehen „IPTV“ oder das digitale Antennenfernsehen (DVB-T). Bei vielen keimt schnell die Frage auf, was denn nun die beste TV-Empfangsart ist? Und worin denn nun die genauen Unterschiede liegen? In unserem Ratgeber haben wir für Sie die wichtigsten Fakten, Vorteile und Nachteile der verschiedenen TV-Lösungen zusammengetragen. Somit versuchen wir, Ihnen die Entscheidung einfacher zu machen, ob Sie beim Fernsehen auf Kabel, Satellit, Antenne oder Internet setzen sollten.

Die vier Empfangstechniken im direkten Vergleich

Kabelfernsehen Satellitenfernsehen (DVB-S) Internetfernsehen (IPTV) Digitales Antennenfernsehen (DVB-T)
Ohne Vertrag Nein Ja Nein Ja
Große Senderauswahl Ja JaJaJa Ja Nein
SD-Sender Ja Ja Ja Ja
HD-Sender Ja Ja Ja Nein
Zeitversetztes Fernsehen Ja Ja Ja Ja
On-Demand-Dienste Ja Nein Ja Nein
Bildschärfe JaJa JaJaJa JaJaJa Ja
Tonqualität JaJa JaJaJa JaJaJa Ja
Radioempfang Ja Ja Ja Ja
Störungsfrei JaJa Ja JaJa Ja
Wartungsfrei JaJaJa Ja JaJaJa Ja
Anschaffungskosten Gering Einmalig hoch Gering Einmalig hoch
Externe Voraussetzungen – Receiver – Satellitenantenne
– Satellitenantenne
– Kabel
– Recevier, sofern nicht im TV enthalten
– Internet
– Set Top Box
– Receiver (teilweise schon in den Set Top Boxen enthalten)
– DVB-T Antenne
– Receiver
Kosten Monatlich – Anschaffungskosten
– Grundsätzlich keine monatlichen Gebühren
– Eventuell monatliche Kosten für HD- und Bezahlsender
Monatlich – Anschaffungskosten
Weitere Vorteile – Kombinierbar mit Telefon und Internetanschluss
– Schneller Breitbandzugang
– Empfang von DAB und DVB-T – Der heimische Computer, Smartphone oder Tablets können als Empfangsgerät genutzt werden
– Suche nach Genres und Begriffen
– Zugriff auf umfangreiche TV-Archive und Online-Videothek
– Kombinierbar mit Kosten für Telefon und Internet
– Es kann überall ferngesehen werden
Weitere Nachteile – Bei der Senderauswahl vom Kabelanbieter abhängig
– HD Sender meist erst später erhältlich- HD Sender nur mit Empfangsbox oder Schlüsselkarte
– private SD Sender verschlüsselt
– In Mietwohnung Erlaubnis vom Vermieter notwendig
– Begrenzter Breitbandzugang
– Mindestens DSL-Anschluss benötigt
– Bei schlechter Bandbreite massive Bildstörungen- Umschalten zwischen den Sendern dauert etwas länger
– Datenschutzrechtliche Bedenken, da Zuschauerverhalten nachvollziehbar
– Kein Breitbandzugang
Legende:

JaJaJa Sehr gut                 JaJa Gut                 Ja Befriedigend                 Nein Nein

Kabelfernsehen: Das müssen Verbraucher wissen

TV über Kabel (auch als DVB-C bezeichnet) ist in Deutschland zusammen mit Satellitenfernsehen die am weit verbreitetste Empfangsquelle, wobei Kabel noch knapp vorn liegt. Fast 50 Prozent der deutschen Haushalte beziehen ihr Fernsehprogramm vom örtlichen Kabelanbieter.

Tipp! Doch bevor Sie überhaupt mit dem Gedanken spielen, sich für TV via Kabel zu entscheiden, müssen Sie erstmal in Erfahrung bringen, ob es an Ihrer Adresse überhaupt einen Kabelanschluss gibt. Denn längst nicht in allen Orten und Regionen gibt es Kabel-TV, auch hat längst nicht jeder Vermieter seine Dosen im Haus entsprechend ausgerüstet.

Sollte dem nicht so sein und es Kabelfernsehen an Ihrem Wohnort geben, stellt sich die Frage, wer der Anbieter ist. Die größten und bedeutendsten Kabelanbieter in Deutschland sind derzeit Kabel Deutschland, die Unity Media (in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hessen) sowie Kabel BW (im Bundesland Baden-Württemberg).

Was die Vielfalt der Programme angeht, können Sie über Kabel ausreichend deutsche und internationale Sender empfangen, wobei der Satellitenempfang aber deutlich mehr Sender zu bieten hat. Abhängig vom Vertrag mit Ihrem Kabelnetzbetreiber sind auch viele Kanäle in HD-Qualität verfügbar.

Während die öffentlich-rechtlichen Sender genau wie bei Satellit ihre HD-Programme unverschlüsselt in hochauflösender Auflösung ausstrahlen, sind die HD-Angebote der privaten Sender der RTL- und ProSiebenSat1-Gruppe verschlüsselt. Für eine monatliche Gebühr von ein paar Euro bekommen Sie aber vom Kabelnetzbetreiber einen TV Receiver oder Schlüsselkarte ausgestellt, so dass Sie die HD-Programme der privaten Sender auch sehen können.

Kabel: Kaum störungsanfällig, dafür aber monatliche Gebühr

Ein klarer Vorteil der TV-Empfangsart über Kabel ist, dass Sie keine Satellitenschüssel oder -anlage auf dem Dach installieren müssen, da die Sender – wie der Name schon sagt – über Kabel verteilt werden. Vor allem praktisch, wenn nicht die Möglichkeit gegeben ist, eine SAT Anlage aufzustellen. Vielen Vermietern ist es nämlich ein Dorn im Auge, wenn die Häuserfassade mit den SAT Schüsseln „verziert“ sind. Um dem entgegenzuwirken, wird der TV-Empfang über Satellit schlicht untersagt.

SAT vs. Kabel vs. IPTV Receiver Als ein weiterer Vorteil kann aufgeführt werden, dass der Kabelempfang im Vergleich zum Satelliten-Empfang weniger störungsanfälliger (selbst bei schlechten Wetterbedingungen ist der TV-Empfang in der Regel uneingeschränkt möglich) ist und außerdem ist die Infrastruktur nahezu wartungsfrei.

Außerdem können Sie über Kabelanschluss auch Telefon- und einen schnellen Internetanschluss nutzen, der im Normalfall unabhängig vom Kabelanschluss beauftragt wird.

Monatliche Kosten

Aber ganz ohne Nachteile geht es dann doch nicht. Ein Hauptargument gegen diese Empfangsart ist, dass der Kabelempfang im Gegensatz zum Sat-Empfang kostenpflichtig ist.

Die monatlichen Kosten dürfen aber nicht mit den Gebühren verglichen werden, die beispielsweise der Bezahlsender Sky für sein Angebot aufruft, sondern vielmehr müssen die Kunden die Kosten für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur zahlen, die einen TV-Empfang über Kabel überhaupt erst ermöglicht.

Schließlich wird eine entsprechende Leitung benötigt. Die Monatskosten können je nach Anbieter und gewählten Paketumfang bzw. Tarif variieren. Im Durchschnitt ist aber mit 12 bis 25 Euro pro Monat für den TV-Anschluss zu rechnen.

Für viele Verbraucher einer der entscheidenden Kriterien, sich gegen Kabelfernsehen zu entscheiden, da sich die Monatskosten im Laufe der Jahre zu einem stolzen Betrag addieren.

Da ist Satelliten-TV trotz der deutlich höheren Anschaffungskosten auf lange Sicht günstiger. Ganz zu schweigen vom DVB-T-Empfang. Falls Ihr Fernseher keinen Receiver integriert hat, benötigen Sie diesen, wobei der Receiver für Kabel TV eventuell gemietet oder gekauft werden kann. Während der Mietpreis für den Receiver mit ca. 5 bis 10 Euro im Monat zu Buche schlägt, kostet ein guter, moderner HD Receiver mit Festplatte rund 300 Euro. Es gibt aber auch deutlich günstigere und einfachere Empfangsgeräte für unter 100 Euro. Hier ist der eigene Anspruch entscheidet.

Abhängigkeit vom Kabelnetzbetreiber als Nachteil

Auch wenn die Gefahr der Störanfälligkeit im Vergleich zum Satelliten TV geringer ist, kann es durchaus bei mehreren Geräten im Haushalt zu Komplikationen kommen. Außerdem sind Sie in Sachen Sendervielfalt immer abhängig vom Ihrem jeweiligen Kabelnetzbetreiber. Wenn dieser (z.B. aus vertragsrechtlichen Gründen) ein bestimmtes Programm nicht mehr in seine Netze einschleust, können Sie das Programm natürlich auch nicht mehr empfangen. Nichtsdestotrotz müssen die monatlichen Gebühren für den Kabelanschluss bezahlt werden.

Wer sich vom Kabelnetzbetreiber eine Empfangsbox oder Schlüsselkarte holt und zudem einen Vertrag für HD-Empfang abschließt, muss damit rechnen, dass es beim zeitversetzten Fernsehen und TV-Aufzeichnung zu gravierenden Nachteilen kommt. Denn zum einen sind die Aufzeichnungsmöglichkeiten durch die Filmstudios eingeschränkt und zum anderen können beim zeitversetzten Fernsehen der schnelle Vorlauf blockiert sein, da die TV-Sender an der Werbung verdienen.

TV über Kabel-Empfang: Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile Kabelfernsehen

  • geringe Anschaffungskosten
  • größere Programmauswahl als beim analogen Kabelanschluss (Programmanzahl abhängig vom Anbieter)
  • schärferes Bild als beim analogen Kabelanschluss
  • analoge TV- und Radiosender lassen sich ohne Receiver empfangen
  • auch HDTV-Sender und On-Demand-Dienste für Filme werden angeboten
  • TV, Internet und Telefon lässt sich alles über einen Kabelanbieter buchen
  • schneller Breitbandzugang
  • deutlich weniger störungsanfällig als Sat-Empfang

Nachteile Kabelfernsehen

  • monatliche Kosten
  • geringere Anzahl an Sender
  • HD Sender werden meist später ins Netz eingespeist
  • Verschlüsselung privater SD Sender

Satellitenfernsehen: Das müssen Verbraucher wissen

TV über Satellitenantenne (auch als DVB-S bezeichnet) zu empfangen, ist in Deutschland sehr beliebt, wobei die Verbreitung knapp hinter der des Kabel-TV liegt. Für diesen Empfangsweg benötigen Sie

  • eine Satellitenschüssel
  • eine Satellitenantenne
  • sowie das dazugehörige Kabel, mit dem das TV-Signal an den Fernseher übertragen wird.
  • Außerdem gehört ein Sat Receiver bzw. DVB-S Receiver zur Grundausstattung, wobei moderne Fernseher in der Regel über einen integrierten Sat Tuner verfügen.

Weitere Kosten fallen nicht an, wobei aber auch Sat-Nutzer nicht an den GEZ Gebühren für die öffentlich-rechtlichen TV-Sender vorbeikommen – die aber unabhängig von der TV-Empfangsart anfallen. Doch weitere monatliche Gebühren, die beim Kabel-TV an den Kabelnetzbetreiber zu entrichten sind, müssen Sie dagegen nicht bezahlen. Daher wird Satellitenfernsehen oftmals als die „kostenlose“ TV-Empfangsart gelobt, was aber so nicht ganz richtig ist. Dazu aber später mehr.

TV SatelittenschuesselDoch welche Stärken hat Sat TV zu bieten? Einer der Hauptgründe ist, dass man über die Satellitenschüssel eine enorm große Sendervielfalt empfangen kann. Neben nationalen TV-Kanälen stehen auch internationale Sender zur Verfügung.

Außerdem lässt sich auf der ganzen Welt Sat TV empfangen, vorausgesetzt es steht Strom zur Verfügung, da die TV-Signale direkt aus dem All gesendet werden. Lediglich das Internet (IPTV) könnte früher oder später mit einer ähnlichen oder noch größeren Programmvielfalt punkten, doch bislang ist das Programmangebot bei Sat TV die klare Nummer 1.

Schließlich ist es eben immer noch deutlich günstiger, ein TV Signal über Satellit zu senden, anstatt es auf der ganzen Welt in zahlreiche Länder in die verschiedenen Kabelnetze einzuschleusen oder über das Internet zu streamen.

Da beim Sat TV keine laufenden und monatliche Kosten anfallen, ist es im Unterhalt unschlagbar günstig. Wer jedoch Zusatzprogramme wie beispielsweise den Bezahlsender Sky oder die privaten HD-Programme entschlüsselt sehen will, muss entsprechende Gebühren zahlen. Da moderne TV-Geräte einen Sat Receiver an Bord, muss die HD-Plus-Karte für die Freischaltung der privaten HD-Sender beispielsweise nur in den Fernseher eingeschoben werden.

Satellitenschüssel ist für Mieter nicht überall gestattet

Doch auch wenn sich Fernsehen über Satellit einer großen Beliebtheit erfreut, kommt auch diese Empfangsart nicht ohne Tadel aus. Denn wer in einem Mietverhältnis wohnt, muss sich vorher vom Vermieter die Zustimmung holen, die Satellitenschüssel anbringen zu dürfen. Gerade in Mehrfamilienhäusern kann das aber durchaus untersagt werden, da die Hauseigentümer eine optische Verunstaltung der Fassade fürchten – obwohl auch die Schüsseln im Laufe der Zeit in puncto Design durchaus aufgeholt haben und aufpoliert wurden.

Sträubt sich der Vermieter, besteht ggf. die Möglichkeit, dass die Hausverwaltung die Installation einer gemeinschaftlich nutzbaren Sat Anlage gestattet. Ein eindeutiger Schwachpunkt beim Sat TV ist, dass das Wetter den Empfang stören (Bild- und Tonstörungen) kann. Und da sich die Satellitenschüssel meist auf dem Dach bzw. an dem Balkon befindet, kann es außerdem zu Schäden durch Umwelteinflüsse kommen.

Tipp! Starker Regen, dichte Wolken oder Schnee auf der Schüssel wirken sich negativ aus, wobei die Gefahr besteht, dass der Empfang komplett verhindert wird. Zudem kann das Signal durch Bäume und andere Hindernisse gestört werden.

SAT-Anschaffungskosten rentieren sich schnell

Nicht wenige Verbraucher, die zwischen Sat oder Kabel TV schwanken, lassen sich zudem von den höheren Anschaffungskosten für den Satellitenempfang abschrecken. Für eine gute Schüssel (Durchmesser 85 Zentimeter) und einer fachmännischen Installation sind schnell 800 Euro und deutlich mehr fällig. Es geht aber natürlich auch günstiger. Außerdem müssen Sie – insofern gewünscht – auch noch die Gebühren für die HD-Programme der privaten TV-Sender berücksichtigen.

Auch wenn die monatlichen Unterhaltskosten beim Sat TV – insofern es überhaupt welche gibt – vergleichsweise niedrig sind, sollte man die oben genannten Anschaffungskosten auf eine Betriebszeit von drei Jahren hochrechnen, so würde man in etwa auf monatliche Kosten von 11 bis 22 Euro kommen. Somit hätte sich die Investition in einen TV-Empfang via Sat nach ca. drei Jahren amortisiert, während beim Kabel die Monatskosten weiter laufen.

Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Verschleißteile der Satellitenschüssel (bspw. LNB, also die Antennen der Satellitenschüssel) der Witterung ausgesetzt sind und es zum Austausch kommen muss.

TV über Satelliten-Empfang: Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile Satellitenfernsehen

  • Satelliten TV ist im Vergleich zu Kabel über Jahre die kostengünstigere Variante
  • großes Programmangebot (TV-Sender aus In- und Ausland; mehrere hundert Sender)
  • Empfang von Pay-TV- und HD-TV-Sendern möglich; dabei mehr HD-Angebote als die meisten Kabelanbieter
  • scharfe Bildqualität
  • sehr gute Tonqualität (Heimkino-Ton, Dolby Digital 5.1)
  • keine laufenden Kosten (außer GEZ-Gebühr oder für den Empfang von Pay-TV-Angeboten wie Sky oder HD-Sender privater TV-Sender)
  • keine Vertragsbindung mit Kabelnetzbetreiber
  • Empfang von DAB und DVB-T ist möglich
  • im Handel gibt es eine große Auswahl an Sat Receivern (für jeden Geschmack, Anspruch und Geldbeutel ist etwas dabei)
  • Sat TV ist zukunftssicher

Nachteile Satellitenfernsehen

  • einmalige und vergleichsweise kostenintensive Investition der Sat Anlage ist notwendig
  • Installation einer Satellitenschüssel und Verkabelung notwendig
  • nicht jeder darf Satellitenschüssel installieren, da es von Seiten der Vermieter nicht immer gestattet ist
  • Sat TV ist im Vergleich zum Kabelfernsehen störungsanfälliger (Störung bei starkem Schneefall oder Gewitter möglich)
  • begrenzter Breitbandzugang

IPTV (Internetfernsehen): Das müssen Verbraucher wissen

Internetfernsehen Eine weitere Möglichkeit für den Fernsehempfang bietet das so genannte Internet Protocol Television, kurz als IPTV bezeichnet. Vereinfacht ausgedrückt wird hierbei über einen Internet-Anschluss das Fernsehen empfangen und nicht über Kabel, Satellit oder Antenne.

Die Technik ist zwar vergleichsweise jung und versorgt in Deutschland bislang nur gut 1 Prozent aller Haushalte mit TV, doch zugleich verspricht IPTV für die Zukunft sehr interessant zu werden.

Dabei zeichnet sich das Internetfernsehen schon jetzt durch überzeugende Vorteile aus und verspricht den Konsumenten zusätzliche Interaktivität.

Als Anbieter stehen bislang die Deutsche Telekom (mit dem Produkt Telekom Entertain) und Vodafone (mit dem Produkt Vodafone TV) zur Auswahl.

Um Fernsehen via Internet empfangen zu können, benötigt man logischerweise einen Internetzugang, wobei es sich um einen schnellen DSL Anschluss handeln sollte. Ferner bedarf es noch zusätzlicher Hardware wie einer Set Top Box (separate Empfangsbox), die das TV-Signal aus dem Internet zum Fernseher weiterleitet.

Den IPTV bzw. Internet Receiver können Sie von den Anbietern wahlweise mieten (bis zu 5 Euro pro Monat) oder direkt kaufen (IPTV Receiver mit Festplatte kostet etwa 300 Euro). Neben Fernseher können für IPTV aber auch der eigene Computer, Smartphones oder Tablets als Empfangsgerät genutzt werden.

IPTV punktet mit Interaktivität und tollen Features

Die Programmvielfalt beim IPTV ist im Vergleich zum Kabelanschluss größer und zudem punktet diese Variante vor allem durch die Interaktivität. So können Nutzer mittels elektronischem Programmführer Sendungen nach Genres oder Begriffen suchen, außerdem besteht auch die Möglichkeit für Video-on-Demand, so dass Sendungen oder Filme exakt zu einem gewünschten Zeitpunkt angeschaut werden können.

Somit werden Sie unabhängiger von den TV-Zeiten der Fernsehsendern. Darüber hinaus stehen auch viele Features wie beispielsweise Live-Statistiken bei Sportübertragungen zur Verfügen und zudem gibt es bezüglich des zeitversetzten Fernsehens und Aufnahmen auf den Receiver mit Festplatte keinerlei Einschränkungen. Zudem bieten die IPTV-Anbieter ihren Kunden auch umfangreiche TV-Archive zur Verfügung, wo zahlreichen Sendungen der letzen Tage hinterlegt sind.

Und der direkte Zugriff auf eine Online-Videothek ist selbstverständlich auch möglich. IPTV wird ständig weiterentwickelt, so dass immer wieder neue, interessante Features hinzukommen, wobei auch Browsergames aus dem Internet direkt am Fernseher gespielt werden können. Daher dürfen die Aussichten von IPTV durchaus als vielversprechend beschrieben werden und er könnte sich zu DEM TV-Empfangsweg schlechthin entwickeln.

IPTV: Welche Bandbreite wird benötigt?

Doch auch bei IPTV gibt es einen Nachteil. Denn längst nicht jeder kann das Internetfernsehen so einfach empfangen. Denn alles hängt vom zur Verfügung stehenden Breitband vor Ort ab. Wer keinen schnellen Internetanschluss hat, wird auch nicht in den Genuss eines ungetrübten TV-Erlebnisses der Telekom und Vodafone kommen.

Tipp! Aber während ursprünglich noch ein VDSL Anschluss Pflicht war, haben die Anbieter mittlerweile die Datenraten-Zügel deutlich gelockert. So reichen bei Vodafone mittlerweile ca. 6 Mbit pro Sekunden (12 Mbit für HD-Qualität), bei der Telekom sollte es hingegen eine 16.000er Leitung sein. Wer HD-Inhalte sehen will, braucht idealerweise 25 Mbit pro Sekunde.

Aber bevor sich jetzt angesichts der gesunkenen Ansprüche der Bandbreite gleich IPTV-Euphorie bei Ihnen breitmacht, sollten Sie wissen, dass IPTV mit den Mindestanforderungen der Internetgeschwindigkeit noch nicht den finalen Spaß bereitet.

Zumal die Leitung durch das IPTV sehr strapaziert wird und man im Sinne eines ungestörten Empfangs parallel auch nicht mit anderen Geräten im Internet surfen sollte. Kurzum: Je schneller die Leitung, desto besser! Mit steigender Anschlussbreite steigen aber auch die monatlichen Kosten. Darüber hinaus entstehen beim IPTV genau wie beim Kabelfernsehen auch monatliche Kosten für die jeweilige IPTV-Pakete beim Anbieter.

TV über Internet (IPTV): Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile IPTV

  • es wird eine große Programmvielfalt geboten, wobei auch Pay-TV-Angebote (z.B. Sky) gebucht werden können
  • Empfang von HDTV
  • sehr gute Bildqualität und Tonqualität (Heimkino-Ton Dolby Digital 5.1)
  • Zugriff auf Online-Videothek
  • Interaktivität und viele Features wie zeitversetztes Fernsehen, Video-on-Demand etc.
  • keine weitere Installation oder Kabelverlegung notwendig
  • IPTV ist bei entsprechender Internetverbindung gegenüber Störungen recht unempfindlich
  • für die Zukunft sehr interessant
  • Internet- und Telefon-Pauschaltarif enthalten

Nachteile IPTV

  • ein schneller DSL-Anschluss ist Voraussetzung (im Vorfeld unbedingt die DSL-Verfügbarkeit am Wohnort und Verfügbarkeit des IPTV-Anbieters prüfen)
  • an den IPTV-Anbieter (Telekom, Vodafone) müssen monatlich Gebühren gezahlt werden
  • Vertragsbindung mit Mindestlaufzeit
  • um IPTV an jedem Fernseher im Haushalt nutzen zu können, sind für jedes Gerät separate Receiver notwendig, wodurch weitere einmalige Kosten verursacht werden
  • je nach zur Verfügung stehenden Bandbreite und verwendeten Kodierung bei der Datenkompression ist mit einer zeitlichen Verzögerung beim
  • Empfänger zu rechnen; zugleich dauert das Umschalten zwischen den Sendern etwas länger
  • bei nicht ausreichender Anschlussbreite oder technisch nicht gut ausgerüstetem IPTV-Provider wird es zu massiven Bildstörungen kommen
  • es gibt datenschutzrechtliche Bedenken, da von Seiten der Anbieter das Zuschauerverhalten sehr genau verfolgt und analysiert werden kann; die Folge kann die Einblendung von personalisierter Werbung (wie man es im Internet kennt) oder der Weiterverkauf von Daten an Dritte sein

Digitales Antennenfernsehen (DVB-T): Das müssen Verbraucher wissen

DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial), bei dem das Signal beispielsweise über eine Zimmerantenne kommt, nimmt in Deutschland als Empfangsart eine klare Außenseiterposition ein, zumal nur rund 1,8 Millionen Haushalte via DVB-T Fernsehen empfangen. Ähnlich wie beim Sat TV wird auch DVB-T als vermeintliches kostenlose Fernsehen angepriesen.

Und der Empfang ist auch tatsächlich gratis, wobei Nutzer aber natürlich nicht um GEZ-Gebühren fällig werden. Außerdem wird für diese Variante auch ein DVB-T Antenne benötigt sowie ein entsprechender DVB-T Receiver, die es im Handel bereits für 30 bis 100 Euro gibt, oder alternativ ein im Fernsehgerät integrierter Tuner.

Tipp! Genau wie beim Satelliten-TV. Außerdem ist diese TV-Empfangsart sehr flexibel nutzbar und man kann in einem entsprechenden Empfangsgebiet auch im Gartenhäuschen oder unterwegs DVB-T nutzen. Daher wird es auch gerne als Überallfernsehen bezeichnet.

Digitales AntennenfernsehenAls Vorteil im Vergleich zum Kabelfernsehen ist zu nennen, dass bei DVB-T abgesehen für die Anschaffungskosten für die Hardware keine zusätzlichen Folgekosten in Form von Gebühren anfallen.

DVB-T hat geringe Programmvielfalt und kein HD

Aber ansonsten muss man sagen, dass bei DVB-T die Nachteile eindeutig überwiegen. Das fängt schon bei der sparsamen Sendervielfalt aus. In manchen Gebieten lassen sich nur die öffentlich-rechtlichen Sender empfangen, während es keine Privatsender wie RTL, Pro Sieben und Co. gibt.

Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, im Gegenteil. Denn bereits seit 2013 hat die RTL-Gruppe seinen Rücktritt vom DVB-T, das 2002 an den Start ging, angekündigt. Das war auch nur der Anfang den bis 2016 / 17 soll der digitale Fernsehempfang über Antenne zugunsten des Nachfolgestandards DVB-T2 gekappt werden. Ursprünglich sollte der Umstieg erst bis ins Jahr 2020 erfolgen.

In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass mit der Antennentechnik derzeit keine hochauflösenden HD-Bilder auf den Fernseher kommen. Entsprechend muss man sich mit der Standardauflösung zufrieden geben, die aber meist gut ist, aber keinesfalls an die bei Kabel, SAT oder IPTV herankommt.

Mit DVB-T2 wird es aber endlich auch HDTV geben, wobei ARD und ZDF ab 2017 mit dem Umstieg auf die moderne Technik planen. Auch die RTL sowie ProSiebenSat.1 Gruppe werden ihr Programm über diesen Standard anbieten. Fraglich ist, ob der HD-Empfang der Privaten dann kostenlos ist.

Ein weiteres Manko ist, dass es keine Bezahl-TV-Sender gibt und zudem auch abhängig vom Standort und der Witterung mit Bild- und Tonstörungen zu rechnen ist, weswegen eine zusätzliche Antenne daher oftmals sinnvoll ist. Darüber hinaus hat man mit dem digitalen Antennenfernsehen auch keinen Zugang zum Internet, was bei den anderen TV-Empfangsvarianten durchaus der Fall ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich der TV-Empfang via DVB-T für den Urlaub bzw. beim Camping oder den mobilen Einsatz am Notebook oder Handy noch eignet. Ansonsten ist die preiswerte Alternative zum analogen Kabelfernsehen wohl eher nur noch für TV-Puristen oder für Zweitgeräte zu empfehlen.

TV über digitales Antennenfernsehen (DVB-T): Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile DVB-T

  • geringe Anschaffungskosten für Antenne und Receiver
  • Überallfernsehen – geeignet für den mobilen TV-Empfang (z.B. im Urlaub)
  • Bildqualität ist etwas besser als beim analogen Kabelfernsehen
  • keine monatlichen Gebühren bzw. weitere Folgekosten (außer GEZ-Gebühr)

Nachteile DVB-T

  • die Anzahl der zu empfangenen Sender ist in vielen Regionen stark beschränkt (nur öffentlich-rechtliche TV-Sender, sehr wenige bis keine privaten Sender)
  • über DVB-T gibt es keinen Empfang von HDTV; erst mit dem Nachfolgestandard DVB-T2 möglich, mit dem frühestens 2016 zu rechnen ist
  • es können auch keine Pay-TV-Angebote empfangen werden
  • es besteht kein Zugang zum Internet
  • es kann abhängig vom Standort und Witterung zu Bild- und Tonstörungen kommen

TV-Empfang über Kabel oder Satellit: Was ist besser?

Da der Großteil der deutschen Haushalte (etwa 96 Prozent) Fernsehen eventuell über Kabel oder Satellit empfängt und IPTV sowie DVB-T dagegen eine untergeordnete Rolle spielen, wollen wir Ihnen zumindest bei der Frage „Kabel oder Satellit“ abschließend noch ein paar Denkanstöße für die Entscheidungsfindung geben.

  • An manchen Orten ist der Kabelempfang gar nicht möglich, so dass sich hier viele automatisch für die Satellitenschüssel entscheiden. Aber zugleich gibt es auch zu bedenken, dass sich zumindest Mieter erst die Zustimmung ihres Vermieters für die Montage der Schüssel einholen sollten, was ebenfalls nicht immer erlaubt ist. Somit kann sich die Entscheidung für die eine der beiden TV-Empfangsarten von ganz alleine klären.
  • Ansonsten sollten Sie berücksichtigen, dass beim Satellitenfernsehen die Programmvielfalt als auch die Qualität des TV-Signals im Vergleich zum Kabelfernsehen besser ist. Vor allem wer nicht nur die klassischen Mainstream Sender sehen will, ist beim Sat-TV besser aufgehoben. Hier gibt es viele exotische Sender sowie viele Programme aus dem Ausland.
  • Außerdem fallen beim Kabelanschluss monatliche Kosten für den Verbraucher an, die an den Kabelnetzbetreiber zu zahlen sind, während Sie bei Satellit dafür jedoch einmalig vergleichsweise hohe Anschaffungskosten zu bezahlen haben. Doch die einmalige Anschaffung amortisiert sich relativ schnell. Für den direkten Preisvergleich können Sie auch einfach nachrechnen. Wie teuer sind die monatlichen Kabelgebühren? Und wie teuer ist eine ordentliche bzw. günstige Satellitenschüssel? Sie werden feststellen, dass Sie die Investitionskosten für die Schüssel bald wieder drin haben werden.
  • Dafür ist Satellit im Vergleich zum Kabelfernsehen deutlich störungsanfälliger und zudem haben Sie auf dem Dach oder am Balkon eine Schüssel montiert, was nicht gerade als hübsch bezeichnet werden darf.

Aber gibt es denn nun die „beste“ Empfangslösung fürs Fernsehen? Nein, denn welche Lösung letztendlich die beste oder richtige ist, muss jeder für sich entscheiden. Schließlich hat jede Variante, egal ob Kabel, SAT, DVB-T oder IPTV ihre Vorteile und Nachteile. Wobei DVB-T heutzutage nicht mehr zu empfehlen ist. Lassen Sie sich bei der Entscheidungsfindung aber ausreichend Zeit, wägen Sie ab und holen sich notfalls Ratschläge und Hilfe vom Experten. Entscheidend ist, dass Sie am Ende mit der Empfangsart glücklich werden.

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